Die versehrten Wörter

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In Cambra Skadés Blog bin ich auf einen Artikel dieses Titels gestossen. In diesem geht es darum Wörter, die so inflationär gebraucht werden dass ihre eigentliche Bedeutung – ihr Wert – schon gar nicht mehr richtig klar ist eine regenerative Auszeit zu verschaffen. Cambra hat das Wort “Hochfrequent” zur Kur geschickt.

Ich möchte mich dieser Idee anschließen. Mein Rehapatenwort ist “alternativlos”. Ein Wort das gerne von meiner neuen Brieffeindinfreundin benutzt wird. Ein Begriff den mensch in der Verhalenstherapie „Gesprächskiller“ nennt.

copyright La Braun

Denn wenn es keine Alternativen mehr gibt, dann ist Ende der Fahnenstange, dann kann mensch sich nur noch drein finden oder sterben. Ich höre dieses Wort in letzter Zeit vermehrt, und denke jedesmal: Was ist das eigentlich für eine Aussage? Alternativen gibt es immer. Sie sind vielleicht nicht immer angenehm, Ihre Auswirkungen nicht immer absehbar, manche Alternativen würden auch voraussetzen über den eigenen Schatten zu springen, und manche Alternativen würden wundersame Blüten treiben. Daher ist meine Vermutung, das „alternativlos“ eine Wortschöpfung ist um auszubremsen, es ist entstanden aus: Da sind die Alternativen, also los, probieren wir aus was funktioniert! Ich möchte das sich das verstümmelte “alternativlos” wieder dahingehend entwickeln kann. Daher kommt es zur Kur.

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Über Karin Braun

Schreiben, Lesen und über das Gelesene schreiben, sowie das Geschriebene irgendwo vorlesen, machen einen weiten Teil meines Lebens aus. Ein anderer Teil ist dem Veröffentlichen Literatur anderer AutorInnen gewidmet. Ein weiterer Teil dem Malen und Fotografieren. Alles wird begleitet von Suka, der Superhundine und Viktor Braun, meinem kongenialen Ehemann.

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  1. Gute Idee, dieses Wort mal zur Kur zu schicken, damit es sich endlich mal vom fürchterlichen Missbrauch der Kanzlerin, die übrigens auch nicht die meinige ist, erholen kann.
    Das Bild dazu gefällt mir auch ganz gut.
    GLGUZK

  2. Liebe Karin
    …ich fand die Idee auch riesig und sofort fielen mir einige Worte ein, die dringend zur Kur geschickt werden müssen…
    Alternativ – los, finde ich auch, gerade im politischen Zusammenhang, wirklich pflege bedürftig, das hast du gut ausgesucht. Das könnte eine richtige Bewegung werden…
    ich werde wohl auch diese Anregung aufgreifen…
    liebe Grüße von
    (Sprachpflegerin) Stephanie

  3. @danke Eva. Ich habe hier Aquarellfarben und Buntstift gemischt.
    @Stephanie: Mir kam das Wort sofort in den Sinn, als ich Cambras Artikel las. Wäre schön wenn eine Bewegung daraus würde, denn ich finde das wir viel zu wenig hinterfragen was sich hinter Begriffen verbirgt. Alles Liebe Karin

  4. Supercool!
    Finde alternativlos wunderbar gewählt. In einer Demokratie gibt es doch immer Alternativen, sonst wär sie keine. überhaupt, es gibt immer Alternativen.

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